«Wir gehören zurück nach Hause, in den Busch»
Die Bilder gingen um die Welt. Zumindest in der kanadischen Welt. Menschen mit kleinen Booten fliehen vor einer Wand aus Feuer und Hitze, die bis ans Ufer reicht.
Die Collins First Nation — Namaygoosisagagun — floh übers Wasser. Alles andere blieb zurück.
Die Bewohner:innen der Collins First Nation lebten in einer abgelegenen Gemeinschaft ohne Strassenanbindung mehr als 200 Kilometer nördlich von Thunder Bay. Anfang dieser Woche mussten sie sich selbst in Sicherheit bringen - auf dem einzigen Ausweg übers Wasser.
Dann begannen sich die Überlebenden der Collins First Nation Gemeinschaft zu wundern. Die Behörden Kanada’s haben bisher keine Hilfe geschickt oder Unterstützung angeboten. Das Problem wirkt skurril und beinahe lächerlich. Der Indian Act erkennt die einzelnen Bewohner:innen als First Nation People an. Die Gemeinschaft selbst — Namaygoosisagagun als Kollektiv — nicht. Ein Unterschied, der auf dem Papier wie eine Fussnote aussieht. Und im Leben eine Katastrophe ist. und ist entsprechend durch das Raster für Fördermittel gefallen.
Linda Debassige, Grand Council Chief der Anishinabek Nation, sagte gegenüber The Canadian Press, die Gemeinschaftsmitglieder seien nur knapp dem Disaster entkommen. Sie wurden weder vom Brand gewarnt noch bei der Evakuierung durch Provinz und Bund unterstützt.
39 First Nations tragen den Namen Namaygoosisagagun — und handeln, wo Provinz und Bund zögern. Der Rat unterstützt ihre Mitglieder mit Hotelübernachtungen und dem Nötigsten wie Nahrung und Kleidung.
«Wir wissen nicht, ob wir entschädigt werden, aber das spielt keine Rolle», sagte Linda Debassige.
«Unser Anliegen ist es, diese Gemeinschaft zu unterstützen, nachdem Bund und Provinz sie im Stich gelassen haben.»
Mehrere weitere First Nations in der Provinz, darunter die Mississaugas of Scugog Island First Nation, sammeln an ihrem Powwow an diesem Wochenende ebenfalls Spenden für die Gemeinschaft.
Helen Paavola, Chiefin der Collins First Nation, sagte gegenüber The Canadian Press, sie habe am Freitagnachmittag zum ersten Mal seit Ausbruch des Feuers von Gull-Masty gehört. Mandy Gull-Masty ist seit Mai 2025 Ministerin für indigene Dienste, die erste indigene Person in diesem Amt.
«Ich nehme jetzt niemanden mehr in Schutz, denn ich bin wütend, und mit jedem Tag, der vergeht, werde ich wütender, weil ich leide, meine Leute leiden, und wir haben keinen Ort, an den wir gehen können», sagte sie.
Wenn Namaygoosisagagun keine Not- und Wiederaufbauhilfen erhalten, wie es den anerkannten First Nations zusteht, dann könnte eine Gemeinschaft wie diese nicht mehr aufgebaut werden. Die Mitglieder haben über Jahrzehnte die Collins Gemeinschaft aufgebaut.
«Wir gehören nicht hierher. Wir gehören zurück nach Hause, in den Busch.»
Photo: Wade Wastaken



