Transparenzia
Oh nein, wieder so ein Wort der Unverständlichkeit: Transparenzia. Doch manchmal muss es so sein, meint mein unteres Bewusstsein verschmitzt.
Denn diese Wortkreation kroch als erster Gedanke hervor, kaum machte ich mich an den heutigen Morgensplitter.
Was um aller Welt soll das denn nun wieder bedeuten?
Transparenz? Aber klar doch. Das ist ein aktiver Zustand, den wir Bürger:innen von der Regierung erwarten. Denn sie sind von uns gewählt, sollen sich auch so ausdrücken, aber vor allem ihre Handlungen und Pläne öffentlich machen. Sprich, sich in Transparenz zu üben, immer und immer wieder.
Ein Vorhaben, das zwar einfach formuliert, aber für manche politischen temporären Inhaber der Macht schwer zu verstehen und zu praktizieren ist. Im orangenen Süden Kanadas gibt es ein Beispiel, wie die gelebte politische Transparenz in der Praxis aussieht. Kaum hat die neue Administration vor über einem Jahr ihren Dienst angetreten, da haben sie ihre Pläne in einem Dokument öffentlich gemacht. Das ist doch mal lobenswert. Das Papier heisst «Projekt 2025» und kann sich einer gewissen Logik der Namenswahl nicht entziehen.
Auf über 900 Seiten wurden die Ziele von Projekt 2025 ausformuliert. Nein, es wurde kaum etwas beschönigt, abgeschwächt oder versüsst. Alle Ziele stehen klar auf schwarz und weiss formuliert auf den Seiten der Transparenz. Ich habe mir die Mühe genommen - ich war so frei - und die ganzen 320 Ziele von Regierung Orange als Aufgabenliste definiert. Immerhin wurden bis heute 138 der angekündigten Aufgaben erfüllt, also ausgeführt. Ganze siebzig sind derzeit in Bearbeitung.
Wie beeindruckend ist das denn?
Moment, nicht so schnell mit Beurteilungen um sich schmeissen. Der Teufel steckt meistens irgendwo oder wie hier im berühmten Detail. Dort fühlt er sich am wohlsten
Autsch.
Das ist viel mehr Transparenz, als ich mir wünschen würde. Ich hoffe nur, die Demokratie liest nicht mit, sonst fällt sie gleich in Ohnmacht.
Augen zu hilft auch nicht mehr. Sagt auch George Orwell.
Dann schauen wir rein.










