Ich tue es trotzdem.
Vom 24. auf den 25. August 1814, also vor 212 Jahren, wurden in Washington tatsächlich öffentliche Gebäude in Brand gesetzt.. Nebst dem «President’s House» wurde das Kapitol und andere öffentliche Gebäude in Feuer und Flamme versetzt. Das Gerücht hält sich hartnäckig, dass die Verantwortlichen Brandstifter und Kanadier gewesen seien. Nun, rein rechnerisch und dann historisch passt dies nicht in die wirkliche Geschichte. Denn die Konföderation von Kanada kam erst 1867 auf den historischen Plan.
Die White House Geschichte hatte damals ein paar brandgefährliche Vorläufer, die eine andere und plausiblere Variante beleuchtet.
Im Juli 1813 kommen Amerikaner nach York - heute als Toronto bekannt - und brennen Kasernen und Vorräte ab. Und weil sie gerade am Brandschatzen waren, lässt ein gewisser George McClure am 10. Dezember desselben Jahres den Ort Newark niederbrennen. Heute ist derselbe Ort als Niagara-on-the-Lake bekannt und beliebt. Die Bewohner stehen im Schnee und auf der Strasse. Das wollen sich die Briten - die damaligen Vor-Kanadier - nicht bieten lassen. Also müssen die Stadt Buffalo und Black Rock mal kurz brennen. Und wie es bei Sandkastenspielen hin und hergeht, liessen sich im Mai 1814 die Amerikaner zu einem Überfall auf Port Dover am Eriesee hinreissen.
Hinreissend.
An eben diesem 24. August 1814 marschierten britische Truppen unter Konteradmiral George Cockburn nach Washington und brannten das President’s House nieder. Ja, dies war die Bezeichnung, bevor das wieder aufgebaute Gebäude als «the White House» benannt wird. Die Schlacht selbst spare ich - was bleibt, sind die Anekdoten am Rand. Es sind mir aber ein paar Anekdoten aufgefallen, die ich gerne erzählen will.
Damals haben die Amerikaner die königliche Amtskeule aus York verschleppt, ergo gestohlen. Amerika hat sich über hundertzwanzig Jahre Zeit gelassen, bis Franklin D. Roosevelt das königliche Artefakt zum hundertsten Geburtstag von Toronto zurückgab.
Und dann fiel mir natürlich die Story mit dem hohen «C» auf. Der erwähnte Konteradmiral George Cockburn passte es nicht in den Kram, dass ihn die Presse ständig öffentlich angriff. Seine zarte Seele war bis ins Innerste verletzt. Oh, wie süss ist das denn. Kaum vorstellbar, dass in unserer modernen Zeit irgendeine öffentliche Figur solche sensible Gefühle hegen könnte.
Nun, der olle George Cockburn machte seiner Verärgerung und Verletzlichkeit Luft und zerstörte die Zeitung «National Intelligencer». Es gibt diese Legende, dass George seine Leute angewiesen habe, den Buchstaben «C» aus allen Drucksetzkästen zu entfernen. Ergo wäre die nächste Kritik des National Intelligencer etwas lückenhaft ausgefallen.
Was um Himmelswillen ist mit «oburn» gemeint?
Ergo muss die Geschichte von damals leicht korrigiert werden:
«Briten in Kanada haben das Weisse Haus abgefackelt.»
Sorry.



