Oh la la, wie macht sich das im Lebenslauf?
Das Wort Pöbel war bereits eine schlimme Kreation. Mit einem einzigen Wort wurden alle weniger gebildeten Leute eines Volkes herabgesetzt. Ergo kam der Ruf «Der Pöbel» wahrscheinlich von der sogenannten Oberschicht einer Bevölkerung.
Dann erschien der einzelne Mensch als Pöbler auf der Bildfläche. Zuerst waren diese aggressiven Typen eher in Schulen und in Kneipen zu finden. Doch mehr und mehr fanden einige - oder vor allem einer - den Zugang in die Politik. Mit PP ist der Politische Pöbler gemeint. Der Typ des Pöblers ist der Politiker, der erstmal alles schlecht redet und in der Rhetorik eher toxisch ausgebildet ist, aber vor allem kaum eine Lösung zu bieten hat.
Am Freitagabend hat Kanada dem Meisterpöbler eine massive Abfuhr erteilt. Nach wochenlangen Verhandlungen des amerikanischen und kandischen Verhandlungsteams wurde in der letzten Stunde eine Liste neuer US-Forderungen auf den Tisch geworfen. Und Kanada ist aufgestanden und gegangen. Ohne Deal. Aber mit Würde.
Und der Typ hat sich nicht mal dafür bedankt. Typisch Pöbler.
In eingeweihten Kreisen gibt es eine alte Regel: Gib dem Pöbler niemals nach. Denn das funktioniert ähnlich wie bei den Gremlins: Sie verändern sich zum Schlechteren. Wer dem Pöbler nachgibt, fördert einen immensen Hunger bei demselbigen. Hunger nach mehr. Vor allem nach mehr Macht.
Eigentlich ist diese grösstenteils aggressive Entwicklung des Pöblers erstaunlich, denn sie sind grundsätzlich eher unsichere Teilnehmer der Weltbevölkerung. Sie vertrauen sich selbst kaum – ein einziger ironischer Kommentar, und die Fassade wackelt. Nein, dafür gibt es noch keine Medikamente, soviel ich weiss. Diese Sensibilität wirkt leider nur auf die eigene Person, hat aber auf den Rest der Menschheit kaum eine Wirkung. Das andere Erstaunliche ist die Selbstverliebtheit. Wie einsam ist das denn? Ich meine, sich zu mögen ist eine Sache. Eine gute sogar. Aber sich selbst zu lieben und die Welt als manipulierbare Figuren zu sehen wirkt etwas einseitig.
Zurück zu Freitagnacht: Der Handschuh ist gefallen. Kanada steckt jetzt offiziell in einem Handelskrieg mit den USA. Kanada ist nun offiziell in einen Handelskrieg mit den Vereinigten Staaten von Amerika verwickelt.
Das wird hart. Höhere Preise, leere Regale, Honigfarmen ohne Käufer – auf beiden Seiten der Grenze.
Doch der kanadische Tenor in der Presse in den Sozialen Medien ist durchwegs positiv kämpferisch. Ich denke, die Québecois sind noch erleichterter, dass Kanada dem Pöbler im Süden nicht nachgegeben hat.. Denn wer will sich mit einem Poeblé herumschlagen müssen, der die französische Kultur und die Sprache in Kanada abschaffen will?
Et voilà.
Wir Kanadier machen uns auf diese härteren Zeiten gefasst. Und wieder zieht sich der Team Canada Geist die Handschuhe an und zieht die Ellbogen hoch. Buy Canadian (kauf kanadische Produkte) ist der Ruf des Tages. Heute morgen sah ich einen Clip, der von einer Honigfarm erzählte, die grösstenteils in die USA liefert. Nun, das wird sich mit den 50 % Strafzoll erledigt haben. Und der Aufruf im Clip ist einfach und einfach positiv: Kauft diesen Honig made in Canada. Ein Produkt, das vor allem in bitteren Zeiten wie diesen Wunder wirken kann.
Das Motto «kauft lokal» wirkt bei vielen weiteren Branchen ebenfalls Wunder. Ich selbst suche bei jedem Produkt im Laden nach dem Herstellerland. Steht da irgendwas von «Made in the USA» drauf? Dann bleibt es liegen.
Nein, ich fühle mich nicht völlig gut mit diesem Verhalten. Denn ich mag die regulären, vernünftigen Amerikaner sehr. Und die werden noch mehr leiden, weil Kanada den Begriff Boykott täglich übt.
Doch auch dieser Preis ist gerechtfertigt, um einen Pöbler nicht gewinnen zu lassen. Und Kanada’s Unabhängigkeit ist diesen Preis wert.
Buy Canadian.
Bye USA.



