Jede Kiste sieht in etwa verwandt aus. Alle sind vom selben Hersteller. Uniformität hab ich noch nie gemocht. Auf der Suche nach Socken, T-Shirts, Unterhosen und weiteren notwendigen Kleidungsstücken mag ich die Gleichförmigkeit noch weniger.
Hellwache Menschen würden nach der Etikette fragen. Also diese kleinen Dinger, die auf Karton kleben, damit man weiss, was sich darin befindet. Intelligente Idee. Dieses System in den letzten 71 Jahren. Die Schachteln sahen beschriftet sehr professionell aus. Hat es genutzt, als ich die Socken suchte? Nein!
Vor lauter Lesen der Beschriftung hatte ich immer vergessen, was ich eigentlich suchte. Und das war noch ärgerlich, weil ich ja vorher die Etikettenbeschriftun rein säuberlich auf mich genommen habe. Nun, diesmal fand ich mich etwas schlauer beim Umzug. Ich habe auf jegliche Beschriftung verzichtet. Warum? Diese Arbeit wollte ich überspringen, denn suchen muss ich ja sowieso! Das war die eine Überlegung. Die andere war: wieso soll ich mich mit zusätzlicher Arbeit belasten? Zudem muss ich jeden Karton eh aufmachen, um die Sachen am neuen Ort zu verstauen.
Ja diese Etiketten sind eine zivilisatorische Belastung. Wer mit einem Etikett belastet ist, kriegt es kaum mehr weg. Es gibt einfach zu viele Stereotypen in einer Monokultur.
Soweit meine Theorie.
Zudem stört mich der zweite Teil des Wortes, nämlich die Ketten.
Die müssen nun wirklich nicht sein!
Nichts, desto Trotz: es ist herbstlich kalt, die Dusche heiss, und das Ankleiden frischer Sachen ein erster Schritt in den neuen Morgen.
Ein hervorragender Start in den Tag.
Na dann such ich mal weiter. In meinem neuen Zuhause.
Was suche ich ursprünglich?


