Der Begriff «enkelgerecht» hörte ich in einem Zusammenhang, der mich zurzeit stark beschäftigt. Darum ist mir der Doppelbegriff sofort aufgefallen.
Ich habe keine Enkel. Ich bin nur Onkel.
Aber das ändert nicht viel an der Tatsache, dass Gerechtigkeit wohlverdient oder wohl verdient sein soll.
Der Zusammenhang?
Nun, die aktuelle und nicht verschwindenwollende Katastrophe, die uns das Klima beschert.
Falsch, sorry.
Die Katastrophe, die wir Menschen dem Klima bescheren. So geht die Rechnung. Und da hängt die gerechte Behandlung der Enkel und anderer Menschen an einem seidenen, wahrscheinlich grünen Faden.
Dem Klima ist es schlussendlich völlig egal, wie es sich entwickelt. Es hat sich selbst kein Verständnis für gut oder schlecht in seiner Entwicklung zu eigen gemacht.
Klima ist eine Situation.
Das ist alles.
Doch die Menschen im Jahr 2040 und später werden sich fragen, ob ihre Welt noch gerecht ist.
Ob sie morgen noch ihr Essen auf den Tisch bringen können.
Ob die Hitze oder das überschwemmende Wasser ihr Leben erschwert.
Meine Patenkinder und deren Kinder gehören in diese Gruppe Menschen, die mit dem Klima leben und sich den veränderten Umständen anpassen müssen.
Und das ist nicht gerecht, wenn sich dasselbige rächt.
Was mich umtreibt ist weder Fatalismus noch Zynismus.
Es ist mehr die Passivität gegenüber der grössten, nicht mehr korrigierbaren Szenarien der Zukunft, in der Enkel und andere Menschen leben müssen.
Wie, nicht korrigierbar?
Nun, die steigende Erwärmung des Planeten Erde lässt sich nicht einfach umkehren. Sie lässt sich höchstens verlangsamen. Das heisst, die Hitzewellen, Überschwemmungen werden zunehmen.
Doch was sich verändern lässt - und da kommt die Hoffnung und der Aktivismus ins Spiel - sind die menschengemachten Korrekturen.
Ich denke an das Solarfeld, das letztes Jahr auf der stillgelegten Deponie entstand – aus Abfall wurde Strom.
Solche Bilder halten die Hoffnung aufrecht., um dem Leben unserer Enkel eine gerechte Zukunft zu ermöglichen. Ja, mit einem erhitzten und katastrophen-beladenen Klima.
Enkelgerecht.
Enkelgerecht?
Und trotzdem halten wir an Öl, Gas und Atom fest, als wäre das immer noch eine intelligente Lösung.
Ist es nicht intelligenter, sich an den Quellen zu bedienen, die erstens kostenlos zur Verfügung stehen und zweitens keinen Schaden an Mensch und Natur anrichten?
Nicht intelligent genug?
Aber wenigstens enkelgerecht. Oder?



