Der Jubel ist aus unerfindlichen Gründen sofort ausgebrochen und teilweise sogar für mich verständlich. Kanada ist noch immer grösstenteils vom US Markt abhängig, um unser Öl loszuwerden, da andere Märkte technisch fehlen. Die LNG Pipeline und Terminals an der Westküste sind der Zubringer für die Märkte in Asien und Europa. Premierminister Carney meint, dass Kanada damit zum vertrauenswürdigen Lieferant werden soll, um als Alternative zum russischen Gas zu gelten. Und dann die üblichen Argumente der Arbeitsplätze und deren Erhaltung sowie die Steuereinnahmen und so weiter.
Wie gesagt, verstehe ich das von der Logik her durchaus.
Was ich nicht verstehe: die letzten Orcas vor der Küste, die beim nächsten Tankerverkehr nicht mitgezählt werden. Weil sie nicht mehr existieren.
Manches kann ich nicht nachvollziehen, weil die Logik ein paar Aussetzer hat. Warum rutschen die zu erreichenden Klimaziele in die zweite Reihe? Gemäss der meisten Wissenschafter ist das Kippen des Klimas die grösste Bedrohung der Menschheit.
Ja, dieses ewige Drohszenario mit dem erhitzten Planeten mögen viele nicht mehr hören. Verständlich. Doch irgendwann und bald werden viele Millionen von Menschen die Veränderung nachhaltig und lebensbedrohlich zu spüren bekommen. Und das macht mir Angst. Denn dann tauchen diese lästigen Ketten auf und locken mit Reaktionen.
Wenn Wasser knapp wird, die Ernten vertrocknen und das Wasser steigt, dann setzen sich Menschen in Bewegung. Niemand schaut untätig zu, wie der eigene Lebensraum verschwindet. Wer leben will, zieht weiter. Instinkt kennt keine Grenzkontrolle — und genau das wird uns in zehn Jahren beschäftigen, nicht die Frage, ob eine Pipeline noch rentiert.
Ich verstehe auch nicht, weshalb die günstigste und verfügbare Energie aus Wasser, Sonne und Wind nicht schneller realisiert wird.
Ach so, die Lobby ist dagegen.
Irgendwann las ich einen Geschäftsbericht für den Planeten an sich. Nein, es war eher eine Kosten-Nutzen-Rechnung, soweit ich mich erinnere. Da waren die üblichen Kostenpunkte gelistet, die der blaue Planet zu zahlen hat. Faktoren wie Schäden durch Dürre, Fluten und Hurrikans. Auf der Investitionsseite standen die Investitionen in erneuerbare Energien, die sich aus einem riesigen Portfolio von Angeboten bedienen können.
Die Rechnunge war relativ einfach aufgestellt. Wer intelligent in bestehende natürliche und erneuerbare Energien investiert, verhindert künftige Schäden. Ergo steht der Gewinn beim Einsparen von Schäden und Gewinn der Unabhängigkeit bei der Energiequelle.
Ja, ist eine stark vereinfachte Darstellung.
Aber vielleicht sind verfügbare und zukünftige Möglichkeiten einfach.
Wir sollten es einfach nur tun.



