Come on, Sense!
Ist der Morgen noch so frisch, ist es doch ein neuer Tag mit Krieg und Drama an vielen Ecken der Welt. Wo ist das Normale, das Menschenrechtliche und das zivilisierte Leben abgeblieben?
Die Norm der Realität in der politischen Arena und im Zentrum der Medien war gestern. Heute wirkt das Absurde als bittere Beilage des Alltags. Die Gladiatorenkämpfe in Parlamenten verhindern das ernsthafte politische Klima.
Ja, das Klima hat sich bereits erhitzt. In Köpfen und Körpern.
Die Welt ist unverständlich geworden.
Doch der verständliche Teil des kränkelnden Planeten ist noch in einer Mikrodosis hoffnungsvoll.
Hoffnung wird zur Aktivistin. Die kleine, störrische Hoffnung will den Proleten und Machtgierigen das Feld nicht kampflos überlassen.
In der Geschichte der Menschheit war seit jeher das Pendeln angesagt. Ein riesiges Geschichtspendel, das in die eine und dann in die andere Richtung ausschlägt. So wird zwar die Geschichte nicht ausgependelt, aber das Hoffnungsvolle wartet auf den Moment, wenn das Pendel zurückschwingt.
Und dann: Bewegung. Echte. Wenn sich Zehntausende in Erfurt organisieren, um die Versammlung einer demokratiefeindlichen Partei zu stören. Wenn sich mutige Richter aufraffen, um unmenschliche Gesetze rückgängig zu machen. Oder wenn Künstler und Verrückte das gerechtere Weltbild über die Spitze des World Trade Centers wieder gerade rücken.
Come on, Sense!
Komm mal wieder vorbei, gesunder Menschenverstand.



