Die ganze Welt versteht inzwischen, was erstens der Begriff Liebe und zweitens die Emotion bedeutet. Vermute ich zumindest – bewiesen hat’s noch niemand.
Im Juni 1967 haben sich die Fab Four, also die Beatles, der Liebe angenommen. Musikalisch und textlich. Und das beileibe nicht das erste Mal, dass sich die vier Buben mit Liebe beschäftigten. Doch diesmal stellte die BBC eine konkrete Forderung. Der britische TV Sender wagte mit «Our World» etwas noch nie Dagewesenes: Eine Live-Sendung per Satellit, der hunderte Millionen von Menschen weltweit vor die matte Scheibe ziehen sollte. Die Beatles sollten einen Song liefern, der ohne Übersetzung funktioniert. John Lennon setzte sich hin und schrieb «All You Need Is Love.» Das war die simple Message, die praktisch auf jedem Kontinent des Planeten Erde verstanden würde.
Im Studio herrschte ausgelassene Partystimmung. Bunte Luftballons, Hippiedeko mit Blumen und Posters mit dem Songtitel in verschiedenen Sprachen. Das Publikum war mit Mick Jagger, Keith Richards, Eric Clapton und Keith Moon noch bunter. Natürlich sangen sie alle den Refrain lauthals mit. George Martin, der Beatles-Produzent schloss beim Finale mit einem musikalischen Feuerwerk. Kurze Fetzen aus Bachs Brandenburgischen Konzerten, ‘Greensleeves’ im halben Tempo – und ein Stück von Glenn Millers ‘In the Mood’ war der Schlusspunkt.
Und genau in diesem Finale versteckte sich ein kleiner liebevoller Fehler. George Martin nahm an, dass die beiden Songstücke nach so vielen Jahren lizenzfrei sind. Annahmen sind gefährlich. Was George nämlich übersah: Die Melodie von ‘In the Mood’ war tatsächlich frei verfügbar, doch die spezifische Arrangement-Fassung hängte noch am Urheberrecht – ein Detail, das im Trubel der Live-Vorbereitung schlicht durchrutschte.
Autsch.
Das Copyright selbst und irgendwelche Anwälte sahen jedoch mit Liebe über diesen Fehler hinweg.
Alles was du brauchst, ist Liebe. Und etwas Glück.



